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An der Prager Karls-Universität waren die Stimmrechte der Universitäts-Nationen verändert worden und es gab Spannungen zwischen traditionellen und hussitisch eingestellten
Theologen. Nach Meinungsverschiedenheiten an der Universität in Prag zogen 1409 viele der
deutschen Lehrkräfte und Studenten nach Leipzig, um die Artistenfakultät.
die spätere Philosophische Fakultät zu gründen.
Die Universität bekam von der Stadt Leipzig und von den Landesherren mehrere Gebäude
gestellt.
Noch im selben Jahr wird das "Studium generale" durch den Papst Alexander V.
verkündet.
1415 wurde die medizinische, 1446 die juristische Fakultät gegründet.
1543 wurde die Universität mit der Übernahme des ehemaligen Dominikanerklosters mit der ehemaligen Klosterkirche St. Pauli stark erweitert.
2 Jahre später wird diese durch Martin Luther als Universitätskirche geweiht.
In den folgenden Zeit entwickelt sich die Einrichtung kontinuierlich
weiter und ist zeitweise die größte Universität Deutschlands. Neue Fakultäten und Professuren werden eingerichtet.
1725 begann Johann Christoph Gottsched als Privatdozent, der spätere Rektor und Professor für Poesie spielte eine wichtige Rolle in der Geschichte der
Universität.
Persönlichkeiten wie Lessing, Klopstock und Goethe
zog es nach Leipzig.
1836 wurde das neue Gebäude "Augusteum" nach Zeichnungen Karl Friedrich
Schinkels eingeweiht.
Zur
Märzrevolution beteiligten sich Professoren auch Studenten an Demonstrationen und Barrikadenbau.
1891 wurde die neue Universitätsbibliothek "Bibliotheca Albertina" eingeweiht.
1894 - 1896 studierten Edith Hamilton und ihre Schwester Alice Hamilton in Deutschland an der Universität Leipzig und
später an der Universität München. Sie waren dort jeweils die ersten weiblichen Studenten.
Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts prägte die rechts-konservative Einstellung vieler Studenten und
Professoren. Zur Novemberrevolution entfernten Studenten auf Anordnung des Rektors rote Flaggen auf dem Hauptgebäude und
hissten die Fahne des Adelshauses der Wettiner.
Auch während des Kapp-Putsches besetzten ein studentisches Freiwilligenregiment die Innenstadt und
schossen auf Putschgegner. Im Jahre 1931 gewann der Nationalsozialistische Studentenbund (NSDStB) die Wahlen zum Allgemeinen Studentenausschuss,
1933 unterschrieben über 100 Professoren einen Aufruf zur Wahl Adolf Hitlers.
Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges gehörte die Uni zu den vier "großdeutschen" Universitäten die
jetzt noch unterrichten dürfen.
Zu Kriegsende waren 60% aller Gebäude und 70% aller Bücher verbrannt.
Im Februar 1946 wurde die Universität wiedereröffnet. Im
Jahre 1953 wurde die Universität in "Karl-Marx-Universität"
umbenannt.
1968 werden das kriegsbeschädigte "Augusteum" und die unversehrte
"Paulinerkirche" gesprengt, um Platz für eine Neubebauung von 1973 bis
1978 zu machen.
Als neues Leipziger Wahrzeichen wird das Uni-Hochhaus
errichtet.
Seit der deutschen Wiedervereinigung im Jahre 1990 befindet sich die Universität im
stetigen Umbau.
Durch den Verkauf des Uni-Hochhauses an einen privaten Nutzer hat ein Großteil der Fakultäten neue Gebäude bezogen, die sich auf mehrere Standorte in der Stadt
Leipzig verteilen. Heute ist die Uni eine der großen sächsischen
Universitäten mit Weltgeltung, es studieren über 30.000 Studentenan
der Universität Leipzig.
Im historischen Zentrum der Universität am Augustusplatz befindet sich neben Hörsaal- und Seminargebäude nur noch eine Fakultät. Die alte Universitätsbibliothek, nach Krieg und DDR zur Ruine verfallen, wird
saniert.
Der
Universitätskomplex Augustusplatz Neubau
Bis 2009 zum 600jähriges Jubiläum der Uni wird der innerstädtische Campus neu gestaltet.
Der Umbau war sehr umstritten, da ein Interessenverband mit teilweiser Unterstützung der Landesregierung,
gegen den Widerstand der Universitätsführung und des größten Teils der Studenten und der Leipziger Bevölkerung den Wiederaufbau des Augusteums und der Paulinerkirche
wollte. Diese Streitigkeiten führten Anfang 2003 dann zum Eklat.
Rektor Bigl und die Prorektoren traten aus Protest gegen die Landesregierung zurück.

Universitätskomplex Augustusplatz,
(Bild: E. v. Egeraat) Quelle: www.sib.sachsen.de |
Am 24.03.2004 entschied sich eine Jury für den Entwurf des niederländischen Architekten Erick van
Egeraat.
Die Umbauarbeiten, die insgesamt 104,2 Millionen Euro kosten werden, begannen
2004 mit dem Bau der Mensa.
Uni Leipzig Abriss und Umbau:
Seit dem 20.02.2007 muss der aus den 70er Jahren stammende Universitätsbau am Augustusplatz einem neuen Campus weichen.
>> Historische
Bilder vom Augustusplatz
>> Fotos
Augustusplatz |
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Spektakulär begann der Abriss der alten Zentralmensa: Mehrere Abrissmaschinen rückten dem Bauwerk zu Leibe, brachen große Stücke aus den Mauern. Immer wieder blieben Leute stehen und schauten sich das Schauspiel an. Für alt und jung war es gleichermaßen faszinierend, wie sich die Greifarme in den Beton fraßen. Übrig blieb ein großer Haufen Bauschutt. Und längst haben sich die Bauarbeiter daran gemacht, auch das Hauptgebäude und Teile des Seminargebäudes abzutragen. Stehen bleiben werden nur drei Viertel des Seminargebäudes, die saniert und somit zur Basis werden für einen modernen Universitätsbau, der neuen Raum zum Lehren und Lernen schafft.
(Quelle: www.iss.uni-leipzig.de)
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